Mittwoch, 08.04.2026,15.00 Uhr, Gemeindehaus an der Johanniskirche, Bahnhofstraße 63, Bonn-Duisdorf
Dichter Erich Loest zum 100. Geburtstag
Erich Loest (1926-2013) ist in Mittweida geboren, ein waschechter Sachse und Ehrenbürger Leipzigs. Zuletzt war er Vorsitzender des Schriftstellerverbands. Von der Schulbank weg wurde er im 2. Weltkrieg Soldat, darüber schrieb er „Jungen, die übrigblieben“. Der Volksaufstand am 17. Juni 1953, alle bedeutsamen Entwicklungen der DDR-Gesellschaft, wurden seine Themen. Das musste er mit sieben langen Jahren im Stasi-Knast Bautzen bezahlen. Als Anfang der Achtziger „Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene“ erschien, wurde er ausgebürgert und seine Bücher aus den Bibliotheken entfernt. Er lebte in Osnabrück und auch in Bonn, zog aber nach der Wende sofort wieder nach Leipzig.
Aufrichtig und unbestechlich wandte er sich jetzt gegen die „ostalgischen Vs“: gegen Vertuschen, Verklären, Verharmlosen, Verantwortungsverweigern. Auch im hohen Alter war er „zu stark, um sich Schwäche zu leisten“ (Werner Schulz), er stürzte sich am 12.09.2013 in Leipzig aus dem Krankenhausfenster.
Referentin: Barbara Bachmann
