AK „Schöpfung bewahren“
Anfänge
Für die Johanniskirche begann alles mit deren Verhüllung mit aus Plastik-Einkaufstüten zusammengenähten bunten Plastikbahnen. Die Gemeinschaftsaktion mit dem Bildungsverein „Abenteuer Lernen e.V.“ erregte überregionales Aufsehen.
Auf einer Gemeindeversammlung im Jahr 2014 rief der Umweltbeauftragte der Johanniskirchengemeinde, Wolfgang Schmiedecken, dazu auf, sich für den Arbeitskreis „Schöpfung bewahren!“ zu melden. Ein Dutzend Personen bekundeten ihr Interesse, und die meisten von ihnen sind heute immer noch im AK „Schöpfung bewahren!“ aktiv. Die Leidenschaft und innere Motivation, mit der Wolfgang Schmiedecken ans Werk geht, hat angesteckt.
Zertifizierung zur Grüne-Hahn-Gemeinde in 2020
Die Erfahrung, dass aller Anfang schwer ist, machte auch der Arbeitskreis und so dauerte es bis zum Jahr 2020, Daten systematisch zu erfassen, ein Umweltmanagementsystem zu etablieren und einen Umweltbericht zu erstellen. Beides wurde von dem kirchlichen Umweltrevisor, Hanno Sparbier-Conradus aus Köln geprüft. Dabei wurde bestätigt, dass alle Anforderungen erfüllt worden waren – die frühere Ev. Johanniskirchengemeinde Bonn-Duisdorf durfte sich nun offiziell „Grüne-Hahn-Gemeinde“ nennen.
Im Gottesdienst am 4. Oktober 2020 überreichte Superintendent Dietmar Pistorius feierlich das Zertifikat sowie die Plakette des Umweltmanagementsystems Grüner Hahn. Der Gottesdienst stand unter dem Thema „Tierfrieden erst im Paradies?“ und wurde vom Arbeitskreis „Schöpfung bewahren!“ mitgestaltet.
Als sichtbares Zeichen wurde mit Hilfe der Duisdorfer Feuerwehr dem Hahn auf dem Kirchturm ein grüner Schal umgebunden.
Rezertifizierung in 2024
Vier Jahre später fand die Rezertifizierung statt. Das Audit führte die kirchlichen Umweltrevisorin, Dr. Konstanze Ameskamp durch. Wieder war es der Superintendent Dietmar Pistorius, der die Urkunde überbrachte. Und der Gockel auf dem Kirchturm erhielt einen neuen grünen Schal, da der bisherige doch etwas zerrupft war.
Erfolge
Neben dem Schal sind Wärmepumpen vor und PV-Anlagen auf den Gebäuden sichtbare Zeichen des Handelns des Arbeitskreises.
Im Verlauf mehrerer Jahre wurden marode Gasheizungen durch Wärmepumpen ersetzt. Vorgeschaltet war ein gründliches Gebäude-Energie-Assessment.
Kirchenbesucher*innen werden mittels körpernaher Infrarot-Unterbankstrahlern erwärmt, die mit Ökostrom betrieben werden. Der jährliche Energiebedarf mit Gasheizung lag bei 23.700 kWh, mit Infrarotheizung beträgt dieser nur noch 1.500 kWh. Der Effekt ist deshalb so groß, weil nicht mehr der gesamte Raum und nur noch zeitlich begrenzt geheizt wird.
Zu Spitzenzeiten wurden von allen Gebäuden jährlich 42 Tonnen klimaschädliches CO2 in die Luft gepustet, heute liegt der Wert bei nahezu Null.
In den Blumenbeeten wachsen inzwischen insektenfreundliche Blühpflanzen, ein Sandarium bietet Rückzugsmöglichkeiten für im Boden lebenden Insekten und auch Schwalben finden ihre Nistmöglichkeiten. Der Wasserverbrauch konnte durch die Optimierung von Ventileinstellungen signifikant reduziert werden.
Regionale Bio-Lebensmittel werden bevorzugt eingekauft und ökologische Reinigungsmittel stehen im Schrank. Mit dem jährlich durchgeführten Schöpfungsgottesdienst, den Forschertagen in Kooperation mit Abenteuer Lernen e.V. sowie der Teilnahme am Karnevalsumzug in Lessenich macht der AK und das Joki-Team auf Umweltthemen aufmerksam.
Einige Menschen der Gemeinde wurden im eigenen Umfeld selbst initiativ. Ein Gemeindemitglied war so angetan, dass es der Gemeinde eine komplette PV-Anlage spendete. Doch auch im Kleinen lässt sich viel bewirken: durch die Nutzung von LED-Leuchten, die Installation eines Balkonkraftwerks, den bewussten Umgang mit Mehrwegverpackungen oder das Fahrradfahren statt Autofahren.
Eine einzelne Person kann die Klimakrise nicht allein aufhalten. Wenn jedoch viele Menschen im Alltag umweltbewusster handeln, entfaltet sich in der Summe eine spürbare und nachhaltige Wirkung.
Zukunft
Die Zukunft des Grünen Hahns in der Ev. Kirchengemeinde im Bonner Westen ist noch ungewiss. Das Zertifikat wurde der Johanniskirchengemeinde verliehen und die existiert seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr. Wünschenswert wäre die Ausdehnung auf die gesamte Gemeinde, denn die Bewahrung der Schöpfung ist unser aller Ziel.
Das Team des AK „Schöpfung bewahren!“
Ansprechperson:
Dr. Dieter Goddon
Tel. 0171 2639898
Mitglieder des Arbeitskreises:
hintere Reihe v.l.
Kea Franz
Mechthild Frehse
Ulla Kopp
Dagmar Gruß
Bernd Gosebruch
Wolfgang Schmiedecken
Bärbel Goddon
Dieter Goddon
vordere Reihe v.l.
Erika Ingendahl
Claudia Franz
Ina Schubart
Elfriede Szymczak
© privat
